Adipositas ist eine weitverbreitete, komplexe, chronische Erkrankung, eine interdisziplinäre und individualisierte Therapie ist erforderlich. Etwa 50 % der Erwachsenen und 25% der Kinder und Jugendlichen in Österreich sind von Übergewicht oder Adipositas betroffen, und die Prävalenz, insbesondere bei Kindern, steigt stetig. Die Folgen können Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Krebserkrankungen sein. Unser Team besteht aus Internistinnen, einer Psychotherapeutin und einer Diätologin, die interdisziplinär an diesem komplexen Thema arbeiten.
Unsere ganzheitliche Herangehensweise an die Behandlung von Adipositas steht im Mittelpunkt. Ernährungsmedizinische Aspekte, Modifikationen des Lebensstils, modernste medikamentöse Strategien bis hin zur Beratung bezüglich chirurgischer Eingriffe ermöglichen ein optimales Management dieser komplexen Erkrankung. Gerade die neuen medikamentösen Therapien („Abnehmspritzen“) werden zu Recht als „Game Changer“ betrachtet.
Als ausgebildete Ernährungsmedizinerin (link zum Diplom) biete ich Ihnen die bestmögliche Unterstützung und begleite Sie auf dem Weg zur Ihrem individuellen Wohlfühlgewicht.
Übergewicht und die Rolle der Hormone
Eine gesunde ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ein normales Körpergewicht sind die Grundlage für das hormonelle Gleichgewicht. Umgekehrt können Schilddrüsenerkrankungen oder andere Hormonprobleme auch zur Gewichtszunahme und Übergewicht führen. Bei vielen Frauen kommt es ab dem 35. Lebensjahr bzw. spätestens mit dem Wechsel zu einer Gewichtszunahme trotz gesunder ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung. Dabei spielen Hormone eine wesentliche Rolle. So beeinflussen vor allem Schilddrüsenhormone, die männlichen Hormone (Androgene), Östrogen, Insulin aber auch das Cortisol oder Wachstumshormone das Körpergewicht. Ein hormonelles Ungleichgewicht dieser Hormone kann zu einer Gewichtszunahme bzw. zu Problemen bei der Gewichtsreduktion führen.
Diagnostik bei Adipositas
Eine umfassende hormonelle Untersuchung inklusive Erhebung eines großen Hormonstatus ist die Grundlage für die Abklärung der Gewichtsprobleme. So kann eine genaue Diagnostik bzgl. eines Hormonmangels oder Hormonüberschusses erfolgen. Als Endokrinologin beurteile ich die gesamte komplexe Kaskade endokriner und metabolischer Regelkreise. Diese Abklärung bildet die Basis, damit eine möglichst individuelle Ernährungsumstellung und Diätplanung erfolgen kann. Die Behandlung eines Hormonexzess (z.B. Cortisol) bzw. der Ausgleich eines Hormonmangels (z.B. bei einer Schilddrüsenunterfunktion) sind in manchen Fällen die Voraussetzung um eine erfolgreiche Gewichtsreduktion zu ermöglichen. Durch einen oralen Glucosetoleranztest (Zuckerbelastungstest, oGTT) können schon sehr frühe Formen metabolischer Störungen wie z.B. eine Insulinresistenz, eine gestörte Glucosetoleranz oder ein Prädiabetes erkannt werden. Darüber hinaus erfolgt eine umfassende internistische Abklärung inkl. Bestimmung der Blutfette, des Blutdrucks, des Blutzuckers und der Leberwerte, bei Bedarf können weitere gezielte Ultraschalluntersuchungen z.B. zum Ausschluss einer Fettleber oder Gallensteinen erfolgen. Ergänzend werden im Rahmen der Blutabnahme wichtige Vitamine und Spurenelemente bestimmt, um einerseits Mangelzustände, die den Stoffwechsel ungünstig beeinflussen können, auszugleichen, und andererseits während der Gewichtsreduktion einen Muskelabbau möglichst zu verhindern bzw. sicherzustellen, dass Fettmasse abgebaut wird.
Therapieoptionen
Die Grundlage für jede Gewichtsreduktion ist in jedem Fall ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, Kalorienrestriktion und regelmäßiger körperlicher Bewegung. Im Wesentlichen sollten Sie sich an der Ernährungspyramide orientieren: www.gesundheit.gv.at/…ernaehrungspyramide, die beste Ernährungsform ist die mediterrane Ernährung reich an Obst und Gemüse, Fisch und anderen pflanzlichen Produkten. Abgeraten wird jedenfalls von einseitigen Ernährungsformen wie sehr kohlenhydratarmen Diäten und ähnlichem, da diese langfristig im Rahmen des Jo-Jo-Effektes meist zu einer deutlich größeren Gewichtszunahme führen und der Grundumsatz sinkt.
Vor allem, wenn ein PCOS mit erhöhten männlichen Hormonen, eine Insulinresistenz und/ oder ein Kinderwunsch vorliegt, kann auch eine Metformin-Therapie sinnvoll sein. Durch diese Therapie kann die Insulinsensitivität gesteigert, eine Verbesserung der Stoffwechsellage, sowie eine Gewichtsreduktion erzielt werden.
Medikamentöse Therapie: „Abnehmspritzen“
Eine neue Form der medikamentösen Therapie zur Gewichtsreduktion ist Liraglutid (Saxenda®). Liraglutid ist eine modifizierte Form des Glucagon-like Peptide 1 (GLP-1). GLP-1 wird im Darm sezerniert und vermittelt dem Gehirn ein Sättigungssignal, was den Appetit reduziert und zur Gewichtsreduktion beitragen kann. Bei gewichtsbedingten Begleiterkrankung (Diabetes, erhöhte Blutfette, Bluthochdruck) kann der Einsatz ab einem BMI von 27 kg/ m² erfolgen, ansonsten kann ab einem BMI 30 kg/ m² mit einer Therapie begonnen werden. Die Hauptnebenwirkung ist vor allem in der Anfangsphase Übelkeit, auch Durchfall, Verstopfung oder Sodbrennen können auftreten. Da das Medikament seit vielen Jahren in der Therapie des Diabetes mellitus eingesetzt wird, ist Saxenda ein sehr sicheres und gut untersuchtes Medikament. Etwaige Gegenanzeigen müssen natürlich im Detail besprochen werden. Auch eine wöchentliche Therapie ist möglich mit Semaglutid (Wegovy®) oder Tirzepatid (Mounjaro®). Diese Therapien ermöglichen einen Gewichtsverlust von bis zu 25%, was schon sehr nahe am Effekt verschiedener Operationen (Magenverkleinerung, Magenbypass) liegt. Wichtig ist, dass diese Medikamente eine Unterstützung der Lebensstiländerung darstellen.
Eine Therapie mit diesen Medikamenten darf ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht und mit regelmäßigen Kontrollen in unserer Ordination erfolgen.