Schilddrüsenzentrum Graz
Individuelle Therapieansätze bei Schilddrüsenerkrankungen im Endokrinologikum Graz.
Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere die Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion sowie Hashimoto-Thyreoiditis, betreffen bis zu 20 % aller Frauen und ca. 5 % aller Männer. Sie führen zu Symptomen wie Müdigkeit, Gewichtszu- und -abnahme, Stimmungsschwankungen und Haarausfall. Bei der Schilddrüsenüberfunktion können auch Nervosität und Schlafstörungen auftreten, während die Schilddrüsenunterfunktion häufig mit Kälteempfindlichkeit und Verdauungsbeschwerden einhergeht.
Im Endokrinologikum Graz bieten wir maßgeschneiderte Diagnostik und Behandlung für Patient:innen mit diesen Erkrankungen. Unser Team von Expert:innen unterstützt Sie dabei, die passende Therapie zu finden und Ihre Lebensqualität zu verbessern.
Typische Symptome bei Schilddrüsenerkrankungen
Die Beschwerden bei Schilddrüsenerkrankungen sind vielseitig und variieren je nach Art der Störung. Abhängig davon können unterschiedliche Symptome auftreten:
01 Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
- Gewichtsverlust trotz erhöhtem Appetit
- Nervosität und Schlafstörungen
- Herzklopfen und erhöhter Puls
- Hitzewallungen und übermäßiges Schwitzen
02 Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
- Müdigkeit und Antriebslosigkeit
- Gewichtszunahme trotz normaler Ernährung
- Kälteempfindlichkeit
- Haarausfall und trockene Haut
03 Hashimoto-Thyreoiditis
- Symptome der Schilddrüsenunterfunktion, die sich schleichend entwickeln
- Stimmungsschwankungen und Depressionen
- Schluckbeschwerden, Kloßgefühl
- Zunehmende Müdigkeit und Leistungsabfall
Schilddrüsendiagnostik
- 01 Vergrößerungen der Schilddrüse (Struma)
- 02 Schilddrüsenknoten
- 03 Veränderungen bei Autoimmunerkrankungen (z.B. Hashimoto)
Schilddrüsenuntersuchung Therapie
- 01 Medikamentöse Therapie
- 02 Lebensstiländerungen, Ernährungsanpassung
- 03 Regelmäßige Nachsorge
Radiofrequenzablation (RFA) bei Schilddrüsenknoten
Die RFA ist eine minimalinvasive Alternative zur Operation bei beschwerdeverursachenden oder kosmetisch störenden Schilddrüsenknoten: Der Knoten wird gezielt mit Wärme behandelt und schrumpft über Wochen und Monate, meist ohne Vollnarkose oder Krankenhausaufenthalt. Im Endokrinologikum Graz klären wir mit langjähriger Schilddrüsen-Expertise ab, ob diese Methode für Sie geeignet ist.
01 Wann kommt eine RFA infrage?
Eine RFA kann sinnvoll sein, wenn ein gutartiger Schilddrüsenknoten lokale Beschwerden verursacht oder kosmetisch stört. Vor dem Eingriff sind eine Ultraschalluntersuchung, Laborwerte und meist eine Feinnadelpunktion notwendig. Erst wenn eine Bösartigkeit mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen ist, kommt die RFA als Behandlung infrage.
02 Wie läuft der Eingriff ab?
Die RFA wird ambulant durchgeführt und dauert je nach Knotengröße 15 bis 60 Minuten, eine Vollnarkose ist nicht erforderlich. Unter lokaler Betäubung führen wir eine dünne Sonde durch die Haut in den Knoten ein. An der Sondenspitze entsteht gezielte Wärme von 60 bis 100 Grad Celsius, die das Knotengewebe thermisch behandelt. Der Körper baut das behandelte Gewebe anschließend über Wochen bis Monate ab, der Knoten schrumpft und die Beschwerden nehmen ab. Während der Ablation kann kurzzeitig ein leichter Schmerz auftreten, der in manchen Fällen bis in den Kiefer ausstrahlt.
03 Mit welchem Ergebnis kann ich rechnen?
Ziel ist es, den Knoten deutlich zu verkleinern und die Beschwerden zu reduzieren. In den ersten drei Monaten nimmt das Knotenvolumen bereits um etwa 50 Prozent ab, nach einem Jahr sind es je nach Ausgangsbefund häufig 60 bis 90 Prozent. Das übrige Schilddrüsengewebe bleibt in der Regel funktionstüchtig, eine dauerhafte Einnahme von Schilddrüsentabletten ist meist nicht notwendig.
Sind Sie von einer Schilddrüsenerkrankung betroffen?
Schilddrüse im Fokus: Funktion, Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten
Hashimoto verstehen: Ursachen, Folgen und Tipps zur Ernährung und Therapie
FAQ – Häufige Fragen zu Schilddrüsenerkrankungen & Therapie
Rund um Schilddrüsenerkrankungen und ihre Behandlung tauchen oft ähnliche Fragen auf. Die wichtigsten Antworten dazu finden Sie hier im Überblick.
01 Woran erkenne ich, dass meine Schilddrüse nicht richtig funktioniert?
Die Beschwerden sind je nach Störung unterschiedlich: Bei einer Überfunktion treten häufig Nervosität, Gewichtsverlust trotz gutem Appetit oder Herzklopfen auf, bei einer Unterfunktion eher Müdigkeit, Gewichtszunahme und Kälteempfindlichkeit. Da diese Symptome unspezifisch sind, empfiehlt sich bei anhaltenden Beschwerden eine Abklärung mittels Blutbild und Ultraschall.
02 Wie läuft die Diagnostik im Endokrinologikum Graz ab?
Am Anfang steht eine ausführliche Anamnese zu Beschwerden, Medikamenten und Lebensumständen. Danach bestimmen wir per Blutabnahme die Schilddrüsenhormone und relevante Antikörper. Ergänzend führen wir eine Ultraschalluntersuchung durch, um Vergrößerungen, Knoten oder autoimmunbedingte Veränderungen zu erkennen.
03 Muss ich bei einer Schilddrüsenerkrankung lebenslang Medikamente nehmen?
Das hängt von Art und Ursache der Erkrankung ab. Manche Störungen lassen sich vorübergehend medikamentös einstellen, bei anderen – etwa Hashimoto – ist häufig eine dauerhafte Therapie sinnvoll. Wir erstellen gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan und passen die Therapie bei Bedarf an.
04 Welche Vorteile bietet die RFA gegenüber einer Operation?
Da kein klassischer operativer Eingriff notwendig ist, bleibt das umliegende Schilddrüsengewebe weitgehend erhalten. Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- Ambulant durchführbar, kein Krankenhausaufenthalt
- Keine Vollnarkose, kein Narkoserisiko
- In der Regel keine sichtbare Narbe
- Schilddrüsenfunktion bleibt meist erhalten
- Meist keine dauerhafte Einnahme von Schilddrüsentabletten
- Kein Krankenstand erforderlich, rasche Rückkehr in den Alltag
Die RFA eignet sich besonders, wenn ein Knoten Beschwerden verursacht, eine Operation aber vermieden werden soll.
05 Welche Komplikationen können bei RFA auftreten?
Die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen ist sehr gering. Möglich sind kleine Blutergüsse im Behandlungsbereich, in seltenen Fällen vorübergehende Heiserkeit oder Infektionen. Vor der Behandlung besprechen wir mögliche Risiken individuell mit Ihnen.
06 Was ist nach dem Eingriff mit RFA zu beachten?
Der normale Tagesablauf ist in der Regel nicht wesentlich eingeschränkt, ein Krankenstand ist meist nicht erforderlich. In den ersten Tagen sollten Sie schwere körperliche Belastung und eine starke Überstreckung des Halses vermeiden. Die Nachkontrolle erfolgt individuell nach medizinischer Empfehlung.
07 Welche Kosten entstehen bei einer RFA?
Die Kosten für eine RFA hängen vom individuellen Aufwand ab und liegen bei etwa 3.000 Euro. In der Steiermark übernimmt die ÖGK derzeit rund 1.600 Euro, BVA und SVS refundieren rund 1.500 Euro, Zusatzversicherungen häufig einen weiteren Teil. Für eine Teilrefundierung gelten seitens der Krankenkassen Kriterien wie Größe und Lage des Knotens sowie vorhandene Beschwerden. Das Endokrinologikum Graz ist eines von österreichweit fünf Zentren mit RFA-Zertifikat, nur hier ist eine Kostenrefundierung möglich.