Schilddrüsengesundheit
Lesezeit: 18 Minuten

Schilddrüse im Fokus: Funktion, Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten

Dr. Elisabeth Lerchbaum
Dezember 11, 2024
Rectangle 41
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Die Schild­drüse ist ein kleines schmet­ter­lings­för­miges Organ und liegt im Hals knapp unter­halb des Kehl­kopfes. Sie produ­ziert die Schild­drü­sen­hor­mone T4 und T3. Diese steuern zahl­reiche Stoff­wech­sel­vor­gänge im Körper. Schilddrüsenerkrankungen sind sehr häufig und betreffen bis zu 20 % aller Frauen und ca. 5 % aller Männer. Das heißt jede fünfte Frau wird in ihrem Leben von einer Schilddrüsenerkrankung betroffen sein. Die häufigste Art der Schild­drü­sen­er­kran­kung ist die Unter­funk­tion. Die Schild­drü­sen­über­funk­tion kommt etwas weniger häufig vor. Auch Knoten sind ein sehr häufiger Befund. Wenn Knoten Beschwerden verursachen oder wachsen, kann eine RFA (Radiofrequenzablation) oder Opera­tion notwendig sein. 

Aufgaben der Schild­drüse 

Die Schild­drüse bildet die Hormone Tetra­jodthy­ronin (Thyroxin), kurz T4 genannt, und Trijodthy­ronin, kurz T3. Diese Hormone steuern oder beein­flussen eine Viel­zahl von Funk­tionen und Stoff­wech­sel­pro­zessen im Körper. Die Schild­drüse beein­flusst die Körper­tem­pe­ratur, den Sauer­stoff­ver­brauch, den Wasser­haus­halt und auch die Gehirn­funk­tion. Beein­flusst werden zudem der Stoff­wechsel von Kohlen­hy­draten, Eiweiß und Fetten. Dies erklärt die häufig auftretenden Gewichtsprobleme bei Schilddrüsenerkrankungen. Darüber hinaus sind die Schilddrüsenhormone von großer Wichtigkeit für die Psyche sowie die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. 
Entspre­chend viel­fältig können daher die Beschwerden sein, die mit einer Unter- oder Überfunk­tion der Schild­drüse einher­gehen (Link). Die Schild­drüse ist ein lebens­wich­tiges Organ. So kann sowohl eine schwere Unter­funk­tion (Myxödem-Koma) als auch eine schwere Überfunk­tion (thyreo­to­xi­sche Krise) lebens­be­droh­lich sein. Eine adäquate Behand­lung einer Unter- bzw. Überfunk­tion ist darum von großer Bedeu­tung. 

Wie erkennt meine Ärztin, ob ich an einer Schild­drü­sen­er­kran­kung leide?

Um eine genaue Abklärung hinsichtlich einer Schilddrüsenerkrankung durchführen zu können, braucht es zuerst eine detaillierte Anamnese. Sie umfasst sowohl mögliche Beschwerden als auch eine Medi­ka­menten- und Ernäh­rungs­ana­mnese. Die persön­li­chen Lebens­um­stände (z.B. Kinder­wunsch, Schwan­ger­schaft, Wech­sel­jahre) und Fami­li­enana­mnese zählen ebenso dazu. Zusätz­lich muss immer eine Blut­ab­nahme erfolgen. Sie ist zur Bestim­mung der Schild­drü­sen­hor­mone sowie wenn nötig Anti­körper und anderer spezi­eller Para­meter. Ergän­zend ist in vielen Fällen eine Ultra­schall­un­ter­su­chung (Sono­gra­phie) der Schild­drüse erfor­der­lich. Damit lassen sich z.B. eine Vergrö­ße­rung der Schild­drüse (Struma), even­tuell vorlie­gende Schild­drü­sen­knoten oder andere Auffäl­lig­keiten, wie eine auffäl­lige Echo­textur oder eine verän­derte Durch­blu­tung bei Auto­im­mun­er­kran­kungen (Hashi­moto, Morbus Basedow) nach­weisen. 

Schild­drü­sen­un­ter­su­chung im Endokrinologikum Graz

Die Untersuchung setzt sich aus 3 Schritten zusammen: 

  • Anamnese (Arztgespräch über die medizinische Vorgeschichte):
    Zuerst wird in einem ausführ­li­chen Gespräch Ihre (medi­zi­ni­sche) Vorge­schichte erhoben. Dies umfasst unter anderem Aspekte wie gene­relles Wohl­be­finden und Leis­tungs­fä­hig­keit, psychi­sche Aspekte, bishe­rige Erkran­kungen, die Einnahme von Medi­ka­menten und (hormo­nelle) Verhü­tungs­me­thoden, Bespre­chung der Ernäh­rungs­ge­wohn­heiten, Gewichts­schwan­kungen, Fragen zu ev. vorhan­denen Verdau­ungs­pro­blemen, eine Zyklus­ana­mnese, Fragen bzgl. Kinder­wunsch und Fami­li­en­pla­nung und Haut­ver­än­de­rungen. 

  • Blutabnahme:
    Zur Bestim­mung der Schild­drü­sen­werte ist eine Blut­ab­nahme erfor­der­lich. Einer­seits wird das TSH (Thyreo­idea-stimu­lie­rendes Hormon) bestimmt. Es wird als Steu­er­hormon von der Hirn­an­hangs­drüse produ­ziert und regt die Schild­drüse zur Hormon­pro­duk­tion an. Ande­rer­seits werden auch die freien Schild­drü­sen­hor­mone bestimmt, um eine Aussage hinsicht­lich der Schild­drü­sen­funk­tion treffen zu können. Häufig müssen zusätz­liche Para­meter wie Auto­an­ti­körper (TPO-AK, TG-AK und TRAK) bestimmt werden. Das ist notwendig, um z. B. einen Hashi­moto oder einen Morbus Basedow diagnos­ti­zieren zu können. 

  • Schilddrüsenultraschall:
    In den meisten Fällen werde ich bei Ihnen auch eine Unter­su­chung mittels Schild­drü­sen­ul­tra­schall durch­führen. Mit der Sono­gra­phie werden beispiels­weise Schild­drü­sen­knoten diagnos­ti­ziert. Aufgrund des Echo­mus­ters werden Immun­thy­reo­pa­thien wie ein Hashi­moto fest­ge­stellt. 

Die Unter­su­chungs­dauer beträgt meist zwischen 20 und 30 Minuten. Sie müssen für die Unter­su­chung nicht nüch­tern sein. Wenn Sie bereits Schilddrüsentabletten einnehmen, sollten Sie diese am Untersuchungstag möglichst nicht einnehmen. 

Schild­drü­sen­werte

Was bedeuten die Schilddrüsenwerte TSH, fT3 und fT4?

Das TSH ist das Steu­er­hormon. Es wird von der Hirn­an­hangs­drüse produ­ziert und regt die Schild­drüse zur Produk­tion von Hormonen an. Wenn zu viele Schild­drü­sen­hor­mone vorhanden sind (Überfunk­tion) sinkt die Produk­tion von TSH. Damit wird die weitere Produk­tion von Schild­drü­sen­hor­mon­pro­duk­tion redu­ziert. Sind hingegen zu wenig Schild­drü­sen­hor­mone vorhanden (Unter­funk­tion) steigt das TSH an und regt somit die Schild­drüse zu einer vermehrten Hormon­pro­duk­tion an. 

In der Praxis liegen v. a. folgende 5 Konstellationen vor: 

  • Euthyreose (normale Schilddrüsenfunktion): TSH, fT4 und fT3 liegen im Norm­be­reich 
  • Latente Hypothyreose (Unterfunktion): TSH ist erhöht, fT4 und fT3 liegen noch im Norm­be­reich. Hier kann in manchen Fällen mit einer Therapie zuge­wartet werden. Engma­schige Kontrollen sind jedoch erfor­der­lich, da ein Übergang in eine mani­feste Hypo­thy­reose häufig ist. 
  • Manifeste Hypothyreose (Unterfunktion): TSH ist erhöht, fT4 und fT3 sind ernied­rigt. In diesem Fall muss umge­hend mit einer Therapie begonnen werden, das heißt die Pati­entin oder der Patient muss sofort mit einer Schild­drü­sen­hor­mon­s­ub­sti­tu­tion beginnen. Eine unbe­han­delte mani­feste Hypo­thy­reose ist ein poten­tiell lebens­be­droh­li­cher Zustand! 
  • Latente Hyperthyreose (Überfunktion): TSH ist ernied­rigt, fT4 und fT3 liegen noch im Norm­be­reich
  • Manifeste Hyperthyreose (Überfunktion): TSH ist erniedrig, fT4 und fT3 sind erhöht 

Wie hoch darf mein TSH-Wert sein?

Wenn Sie insge­samt gesund sind, keine Beschwerden haben und die freien Schild­drü­sen­hor­mone normal sind, dann darf der TSH-Wert zwischen 0,1 und 10 µU/ l liegen. Wenn Sie schwanger sind, muss der TSH-Wert im Norm­be­reich liegen (0,1 bis 4 µU/ l). Das stellt sicher, dass sich Ihr Baby optimal entwi­ckelt. Sind bei Ihnen Schild­drü­sen­knoten oder eine vergrö­ßerte Schild­drüse bekannt? Dann sollte ein TSH-Wert im Norm­be­reich ange­strebt werden, da Knoten bzw. die ganze Schild­drüse sonst wachsen könnten. Wenn Sie bereits ein Schild­drü­sen­hormon einnehmen, sollte die Dosis so ange­passt werden, dass der TSH-Wert im Norm­be­reich liegt.   

Welcher TSH-Wert ist gefährlich?

Ab einem TSH-Wert von >10 µU/ l sollten Sie jeden­falls ein Schild­drü­sen­prä­parat einnehmen. Ein TSH-Wert von <0,1 µU/ l sollte in den meisten Fällen eben­falls behan­delt werden. 

Wie sieht ein normaler Schilddrüsenwert aus?

Der Norm­be­reich, in dem Ihre Schild­drü­sen­werte liegen sollen, ist von Labor zu Labor unter­schied­lich und werden am Befund ange­geben. Das TSH sollte in den meisten Fällen zwischen 0,1 und 4 µU/ l liegen. 

Wie hoch ist der TSH-Wert bei einer Unterfunktion? 

Bei einer Unter­funk­tion ist der TSH-Werte in den meisten Fällen erhöht. Das liegt daran, dass die Hirn­an­hangs­drüse (Hypo­physe) vermehrt TSH produ­ziert, um die Schild­drüse zur Hormon­pro­duk­tion anzu­regen. 
Im Falle einer mani­festen Unter­funk­tion ist das TSH erhöht und die freien Schild­drü­sen­werte (fT3 und fT4) ernied­rigt. Bei einer latenten Unter­funk­tion, die in den meisten Fällen nicht unbe­dingt behan­delt werden muss (Ausnahme: Schwan­ger­schaft), ist das TSH erhöht. Die freien Schild­drü­sen­werte liegen (noch) im Norm­be­reich. 

Schild­drü­sen­er­kran­kungen

Auto­im­mun­er­kran­kungen der Schild­drüse

Bei Auto­im­mun­er­kran­kungen produ­ziert das Immun­system irrtüm­lich Anti­körper gegen körper­ei­gene Zellen. Die Immun­thy­reo­iditis Hashi­moto ist meist mit einer Schild­drü­sen­un­ter­funk­tion verbunden. Im Laufe der Zeit wird die Schild­drüse häufig immer kleiner. Sie verküm­mert und wird „atroph“. Der Morbus Basedow hingegen führt durch stimu­lie­rende Anti­körper hingegen zu einer Schild­drü­sen­über­funk­tion.

Schild­drü­sen­un­ter­funk­tion (Hypo­thy­reose) 

Die mit Abstand häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion ist ein Hashimoto. Weitere Ursa­chen können Opera­tionen, die Einnahme von bestimmten Medi­ka­menten oder andere seltene Erkran­kungen sein. 

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion:

  • Müdig­keit, fehlender Antrieb, depres­sive Verstim­mungen, Lust­lo­sig­keit 
  • Konzen­tra­ti­ons­stö­rungen, fehlende Merk­fä­hig­keit 
  • Zyklus­un­re­gel­mä­ßig­keiten, Probleme schwanger zu werden 
  • Gewichts­zu­nahme oder Probleme bei der Gewichts­ab­nahme 
  • lang­samer Puls und ein nied­riger Blut­druck 
  • Neigung zur Verstop­fung 
  • verstärktes Frieren, Kälte­ge­fühl 
  • trockene Haut, Blässe 
  • Haar­aus­fall, trockene Haare 
  • Muskel- oder Gelenk­schmerzen 

Wie wird eine Schilddrüsenunterfunktion behandelt? 

Eine Unter­funk­tion der Schild­drüse wird durch die Einnahme von Schild­drü­sen­hor­monen behan­delt. Wichtig ist, dass Sie diese Tabletten (meist Euthyrox oder Thyrex) in der Früh nüch­tern ca. 30 Minuten vor dem Früh­stück einnehmen. 
In leichten Fällen, wenn die freien Schild­drü­sen­hor­mone noch im Norm­be­reich liegen und das TSH nicht zu hoch, kann oft auch abge­wartet werden, ob sich die Unter­funk­tion verschlech­tert. In diesem Fall müssen selbst­ver­ständ­lich regelmäßige Kontrollen erfolgen. Wenn Sie jedoch bereits Beschwerden haben (siehe oben), sollte eine Therapie begonnen werden. Eine Behand­lung muss jeden­falls einge­leitet werden im Falle von Kinder­wunsch oder Schwan­ger­schaft oder wenn die freien Schild­drü­sen­hor­mone ernied­rigt sind (mani­feste Unter­funk­tion). 

Schild­drü­sen­über­funk­tion (Hyper­thy­reose)

Eine häufige Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion oder Hyperthyreose ist ein Morbus Basedow. In diesem Fall kommt es durch stimu­lie­rende Schild­drü­sen­an­ti­körper zu einer über­mä­ßigen Produk­tion von Schild­drü­sen­hor­monen. Mit zuneh­mendem Alter tritt auch gehäuft eine Schild­drü­sen­au­to­nomie auf. Hier produ­zieren einzelne („heiße“) Knoten oder Areale eigen­ständig Schild­drü­sen­hor­mone. 

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion:

  • Nervo­sität, innere Unruhe, Schlaf­lo­sig­keit, Konzen­tra­ti­ons­stö­rungen 
  • vermehrtes Schwitzen 
  • Gewichts­ab­nahme 
  • schneller Puls­schlag 
  • höherer Blut­druck 
  • Hände­zit­tern 
  • Muskel­schwäche 
  • häufi­gerer Stuhl­gang, manchmal Durch­fall 

Wie wird eine Schilddrüsenüberfunktion behandelt? 

Eine Schild­drü­sen­über­funk­tion wird meist durch die Einnahme von Tabletten (Thyreo­sta­tika) behan­delt. In manchen Fällen kann eine defi­ni­tive Therapie (Opera­tion oder Radio­jodthe­rapie) erfor­der­lich sein, wenn es sich um ein autonomes Adenom (heißer Knoten), kann eine minimal-invasive Therapie (RFA) eine gute Option sein. Wir beraten Sie gerne! 

Welche Rolle spielt die Ernäh­rung bei Schild­drü­sen­er­kran­kungen? 

Eine ausreichende Zufuhr von Jod über jodiertes Spei­se­salz ist die Grund­lage für eine gut funk­tio­nie­rende Schild­drüse. Darüber hinaus spielen auch andere Mineralstoffe wie Selen, Eisen und Magnesium eine wich­tige Rolle. Ein ausführ­li­ches Gespräch über Ihre Ernäh­rungsgewohnheiten und die gemein­same Entwick­lung eines opti­malen Ernäh­rungs­plans ist einer der Grund­pfeiler für eine erfolg­reiche Behand­lung. Bei Bedarf kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (z.B. Selen, Vitamin D oder Jod) hilfreich sein.  

Schild­drü­sen­knoten 

Die meisten Schilddrüsenknoten sind gutartig, eine mögliche Ursache ist ein Jodmangel. Das weib­liche Geschlecht ist ebenso ein „Risi­ko­faktor“. So sind Frauen 4 x häufiger von einem Schilddrüsenknoten betroffen als Männer. Insge­samt hat ca. jeder 3. Erwach­sene einen Schild­drü­sen­knoten. Im Alter von > 65 Jahren sogar jeder 2. Ob ein Knoten gefähr­lich ist oder nicht, kann nur durch eine genaue Ultra­schall­un­ter­su­chung fest­ge­stellt werden. Zusätz­lich ist auch eine Blut­ab­nahme erfor­der­lich, um seltene Formen von Schild­drü­sen­krebs (medul­läres Schild­drü­sen­kar­zinom) ausschließen zu können. 

Seltene Schild­drü­sen­er­kran­kungen 

Eine andere seltene Schild­drü­sen­er­kran­kung ist z. B. die Thyreo­iditis de Quer­vain. Sie äußert sich meist durch ausge­prägte Hals­schmerzen. Noch seltener kommen Abszesse der Schild­drüse oder medi­ka­mentös indu­zierte Schild­drü­sen­er­kran­kungen (z.B. Amio­daron-indu­zierte Thyreo­pa­thie) vor. 

Schild­drüse, Kinder­wunsch und Schwan­ger­schaft 

Schilddrüsenerkrankungen sind sehr häufig (ca. jede 5. Frau ist betroffen!) und können negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und den Verlauf einer Schwangerschaft haben. So ist sowohl eine Unter­funk­tion als auch eine Überfunk­tion der Schild­drüse mit einer nied­ri­geren Wahr­schein­lich­keit schwanger zu werden verbunden. In der Schwan­ger­schaft selbst ist eine Schild­drü­sen­dys­funk­tion mit Gefahren für das Kind (z. B. Entwick­lungs­ver­zö­ge­rung, Intel­li­genz­min­de­rung) und einem erhöhten Risiko für Fehl­ge­burten verbunden. Daher ist die Blut­ab­nahme zur Bestimmung der Schilddrüsenhormone bei allen Frauen mit Kinderwunsch und/oder nach Bekanntwerden der Schwangerschaft empfohlen. In vielen Fällen sollte auch ein Ultra­schall der Schild­drüse durch­ge­führt werden. 

Schild­drüse und Kinder­wunsch 

Eine Schild­drü­sen­dys­funk­tion kann die Frucht­bar­keit negativ beein­flussen. Sowohl eine Schild­drü­sen­un­ter­funk­tion als auch eine Überfunk­tion können zu Zykluss­tö­rungen führen und somit die Chance redu­zieren schwanger zu werden. Daher ist es sinn­voll die Schild­drü­sen­werte zu bestimmen, wenn Sie schwanger werden möchten. Schild­drü­sen­hor­mone spielen vom Zeit­punkt der Befruch­tung an eine wich­tige Rolle in der körper­li­chen und geis­tigen Entwick­lung des Babys. 

Sollte eine Unterfunktion oder Überfunktion der Schilddrüse vorhanden sein, muss diese unbedingt ausreichend behandelt werden, um mögliche Risiken für das Baby zu minimieren. Außerdem sollte zur Vorbe­rei­tung auf die Schwan­ger­schaft eine ausrei­chende Menge Jod zuge­führt werden, was meist nur durch die Einnahme von Jodsup­ple­menten möglich ist. 

Rolle der Schild­drüse während der Schwan­ger­schaft 

Schild­drü­sen­er­kran­kungen können nega­tive Effekte auf die Frucht­bar­keit und die Schwan­ger­schaft haben. Mit einer unbe­han­delten mani­festen Unter­funk­tion der Schild­drüse sollten Sie keines­falls schwanger werden. Das Risiko, eine Fehl­ge­burt zu erleiden, ist in diesem Fall sehr groß. Außerdem sind Schild­drü­sen­hor­mone ab dem Zeit­punkt der Befruch­tung wichtig für die körper­liche und geis­tige Entwick­lung des Babys. So kann eine Schild­drü­sen­un­ter­funk­tion vor allem im ersten Drittel der Schwan­ger­schaft zu einer Intel­li­genz­min­de­rung und Entwick­lungs­ver­zö­ge­rung des Kindes führen. Die Überfunk­tion der Schild­drüse ist ebenso mit erheb­li­chen Risiken für das Baby verbunden. 
Daher sollten die Schilddrüsenwerte bei allen Frauen nach Bekanntwerden der Schwangerschaft so bald wie möglich bestimmt werden. Eine beste­hende Schild­drü­sen­hor­mon­s­ub­sti­tu­tion muss in der Schwan­ger­schaft meist gestei­gert werden, da vor allem in der ersten Hälfte der Schwan­ger­schaft die kind­liche Schild­drüse noch keine Hormone produ­zieren kann. Eine ausrei­chende Jodzu­fuhr während der Schwan­ger­schaft (200-250 µg tgl.) muss sicher­ge­stellt werden, dies ermög­licht eine opti­male Entwick­lung des Babys. Somit ist neben dem Konsum von jodhal­tigen Nahrungs­mit­teln in den meisten Fällen die Einnahme eines jodhal­tigen Nahrungs­er­gän­zungs­mit­tels (Jodsup­ple­ment mit ca. 150-200 µg Jod/ Tag) sinn­voll. 

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